Das Dorf Hjemsted

Als man in den 1970‘igern eine Einfamilienhaussiedlung auf Hjemsted Banke bauen wollte, fand die Baufirma einige Tonkrüge. Als immer weitere Funde auftauchten, wurden Archäologen kontaktiert. Es zeigte sich, dass es sich bei den Funden um Urnengräber aus der Eisenzeit handelte. Die Spuren des Dorfes wurden in den 1970‘igern und 1980’igern ausgegraben und die Originalfunde können Sie in unserem 1000m2 großen unterirdischen Museum sehen.

Vom Museum gelangt man zum Nordhof. Hier betreten Sie direkt die historische Zeit. Das Dorf besteht aus 3 Höfen: Südhof, Mittelhof und Nordhof. Diese 3 Höfe sind Rekonstruktionen entsprechend der Funde auf Hjemsted Banke.

 

Nordhof

Der Nordhof ist eine Rekonstruktion eines Hofes, der auf Hjemsted Banke um 450n. Chr. stand. Im Ost-West gerichteten Hof befinden sich Stall und Wohnbereich gleicher Größe. Er ist mit seinen Lehmwänden und dachtragenden Pfählen ein typisches Beispiel des Baustils des 2.-6. Jahrhunderts.

Im Stall befinden sich Boxen für die Tiere und Knochenfunde zeigen, dass die damalige Tierhaltung Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde, Hühner und Gänse umfasste. Die Tiere waren nicht auf die heute übliche Größe gezüchtet und erzeugten weniger, auch weniger Milch. Eine Milchkuh gab nur etwa ein Zehntel der Milch, die eine Kuh heute gibt.

Süd- und Mittelhof

Diese beiden Höfe bilden zusammen einen Hofkomplex, umgeben von einem Zaun. Der Zaun umschließt den Hofplatz von ca. 1100m2. Wie es in der Eisenzeit üblich war, befinden sich im Südhof sowohl Stall als auch Wohnbereich. Das war in der kalten Jahreszeit praktisch, wo die Tiere in den Stall kamen und zur Erwärmung beitrugen. Das Dach ruht auf in die Erde gegrabenen Pfosten, während die Wände aus einer Mischung aus Lehm, Sand, Pferdemist und Stroh bestanden.

Im Mittelhof gibt es keinen Stall. Er hat vermutlich als Werkstatt gedient, konnte aber auch als Wohnraum oder Stall genutzt werden.

Neben diesen 3 Rekonstruktionen entsprechend der  Funde auf Hjemsted Banke, gibt es im Park weitere Häuser:

Sylthof

Der Sylthof ist eine Rekonstruktion eines Eisenzeithofes aus der Zeit um etwa dem Jahr 0, gefunden auf der deutschen Wattenmeerinsel Sylt, wo die Höfe, wie in anderen waldlosen Gebieten, aus Torf gebaute Wände hatten. Diese Wände sind sehr dick und isolierend. Das Klima in dem Sylthof ist daher auch anders, als in den anderen rekonstruierten Höfen.

Die Schmiede, das Haus am See und das Bootshaus

Die Schmiede, das Haus am See und das Bootshaus sind einige der anderen Häuser des Parks mit Aktivitäten. Diese Gebäude sind keine direkten Rekonstruktionen, sondern Gebäude, die nach Bauart, verwendetem Material und Methoden der Eisenzeit errichtet wurden.

Olgerdiget

Zwischen dem Nordhof und dem Sylthof wurde eine Eisenzeitbefestigung nach dem Prinzip des sogenannten Olgerdiget errichtet.

Diese und andere entsprechende Befestigungen trugen dazu bei, Macht zu demonstrieren und Reiseaktivitäten in der Stammeskultur zu kontrollieren. Das Modell hatte man von den römischen „limes“, die u.a. die Grenze des Römischen Reiches zwischen Donau und Rhein markierten.

Der Olgerdiget war ein 12km langer Verteidigungswall, der vom Vidåen im Westen bis Åbenrå im Osten verlief. Die Anlage wand sich nach Norden und stellte eine Sperre dar, dort wo Seen und Sümpfe keine natürlichen Grenzen formten. Es wurden bis zu 90.000 Eichenpfähle beim Olgerdiget verbaut – viele sind noch bewahrt. Die ältesten Palisaden wurden durch Jahresringe auf das Jahr 1 n. Chr. datiert.
Die Palisadenanlage wurde vermutlich gebaut, um die Reiseaktivitäten von Nord nach Süd zu kontrollieren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gab es mehrere Bauherren – vielleicht Anführer und Kleinkönige aus dem südschlesischen Machtzentrum? Ist der Olgerdiget eventuell die erste Reichsgrenze nach Süden?